So ein Müll! Das Ding mit der Tonne

Posted on Juli 24th, 2010, by miweb

In Hannover ist es üblich, den Restmüll in der Tonne vor dem Haus zu entsorgen. Dafür zahlen die Hausbesitzer bzw. Mieter Müllgebühren. Die einen schmeißen alles planlos hinein und verstopfen die Tonnen so schon kurz nach der Abholung erneut, die anderen trennen fleißig und nutzen Wertstoffsäcke und –container. Was nach Presseberichten der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 24.07.2010 einer Familie im Stadtteil Misburg jetzt widerfährt, gleicht aber einer Farce. Sie muss „Strafe“ zahlen, weil sie Müll vermeidet.

Was auf dem ersten Blick wie in Scherz klingt, ist schmutziger Ernst. In die Tonne treten könnte so mancher ob einer solchen Meldung. Die Familie trennt ihren Müll vorbildlich und ist deshalb seit Jahren mit einer 60-Liter-Tonne ausgekommen, die 14-tägig geleert wird. Voll ist die Mülltonne angeblich bisher nie geworden. „Bravo“, rufen Öko-Freunde, „so ist es richtig“. „Denkste!“, sagt die Familie, denn sie hat Post vom regionalen Abfallentsorger bekommen.

Denn bei einer Routineüberprüfung – was immer das auch sein mag … – habe der Abfallentsorger festgestellt, dass die Familie zu wenig Müll produziere. Denn laut Satzung des Unternehmens rechne man mit einem sogenannten Restabfallmindestvolumen von 10 Litern pro Person und Woche. Bei Vater, Mund, zwei Kindern und einer Sprachstudentin macht das 50 Liter pro Woche, also 100 in 14 Tagen. Als logische Folge scheint es nur eins zu geben: Die günstige kleine Tonne vor dem Haus der Familie muss weg. Dort muss eine 120-Liter-Tonne hin, die für 14 Tage reicht. Mehrkosten: rund 90 Euro im Jahr. Dass die kleine Tonne schon nicht voll wurde, zählt indes nicht. Denn laut Satzung sei dies nicht vorgesehen.

Es scheint hier mal wieder einer dieser unfassbaren Bürokratie-Vorgänge vorzuliegen, der die gute Tat bestraft. Wer Müll sauber trennt und vor allem vermeidet, wird mit einer größeren Tonne bestraft, die satte 90 Euro mehr kostet. Ein wahrhaft gutes Beispiel für ökologisches Bewusstsein … Da bleibt nur eins zu sagen: so ein Müll!

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