„Wetten, dass…?“: Nimm das, Österreich!

Wie man sich besonders gut blamieren kann, haben mal wieder die Österreicher gezeigt. Besser gesagt eine österreichische Zeitung mit dem Titel „Österreich“. In Zeiten, in denen Wikileaks weltweit mit ambitioniertem und etwas zu weit gedachtem Journalismus zu Werke geht, scheinen die Medienuhren bei unseren Nachbarn einfach anders zu gehen. Denn dem Blatt passierte ein saudummer Fehler. Und um was geht es? Um einen Schmäh auf Deutschlands Mutter aller Samstagabendshows: „Wetten, dass …?“.Man muss ja Thomas Gottschalk nicht lieben und kann sich problemlos köstlich über seine immer schlechtere Darbietung in der ZDF-Supershow „Wetten, dass …?“ amüsieren. Grund genug gibt er einem ja. Besonders, da ihm längst und scheinbar nicht zu Unrecht mit Michelle Hunziker eine geistig etwas frischer wirkende Partnerin zur Seite gestellt wurde. Immer wieder hat man das Gefühl, dass er sich schlecht vorbereitet hat und die Hunziker die Fäden zusammenhält. Beim Abbruch von „Wetten, dass …?“ am 4.12.2010 wegen eines Wettunfalls hat er aber Klasse bewiesen. Damit sind aber auch Fans von Justin Bieber und vor allem die reformierten Take That auf der Strecke geblieben. Denn der Abbruch von „Wetten, dass …?“ hieß zugleich, dass diese Stars nicht mehr auftreten konnten. In Anbetracht der verunglückten Wette mit dem schweren Unfall ein zu verkraftender Aspekt.

Doch jetzt kommen wieder unsere Journalistenfreunde vom „Österreich“ zum Zuge. Sie haben scheinbar das gleiche Gefühl, wenn sie die dauernd überziehenden Gottschalk und Hunziker sehen. Der Nachrauf auf die Sendung war schnell geschrieben und ganz nebenbei stellte „Österreich“ noch Take That in den Mittelpunkt des Berichtes. Doch halt! Sagte ich nicht, die sind gar nicht aufgetreten? Genau! Bei „Österreich“ in Österreich funktioniert Journalismus aber eben anders. Da schreibt man einen Bericht über eine Sendung wie „Wetten, dass …?“ schon vorab und gibt den Text in den Druck.  Als katholisches Land arbeitet dort am Sonntag eben kaum einer und wer will sich denn bitte diesen Gottschalk und seine dröge Wettshow auch noch reinziehen? Nein, viel zu langweilig. So mag man dort gedacht haben. Also wurden offenbar mal eben ein paar Absätze zur blöden Show und dem genialen Robbie Williams von Take That in die Tasten gehauen und dann … Ab dafür! So oder so ähnlich muss es wohl gewesen sein …

Blöd gelaufen, kann man nur sagen. Denn „Österreich“ hätte einen so tollen Bericht haben können. Nun ziert die Titelseite „So rockte Robbie Gottschalk“ und der Bericht ist betitelt mit „Robbie holte Show aus Koma“. Peinlich, aber wahr, wenn man diesen Links glauben schenken mag: http://twitpic.com/3d4rx8 und http://twitpic.com/3d4q27. Zudem hätte die Überschrift nach dem Unfall fast auch noch ein kleines Geschmäckle bekommen … Nimm das, Österreich: einen aufgeweckten Gruß in das Nachbarland!